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Grillreiniger Roboter: Warum Du diese nicht brauchst!

Relativ neu auf dem Markt sind Grillreiniger Roboter, kurz auch Grillbot genannt. Roboter erobern zunehmend unseren Haushalt und den Garten. Es gibt sie inzwischen für das Staubsaugen, das Rasenmähen, den Pool zu säubern und nun auch zum Grillreinigen. Skeptisch, aber aufgeschlossen, wollen wir uns mit diesem Gerät befassen. Es verspricht die Befreiung von der „lästigen“ Grillrost-Reinigung nach dem Grillen.

 

Aufbau des Grillreinigungs-Roboters

In der Grundkonzeption ist der Grillreiniger Roboter tatsächlich sehr an die Rasen- und Staubsauger-Roboter angelehnt. Ein kleines Gehäuse (ca. 22 x 22 x 10 cm) beherbergt den Motor, den Akku und Stahl-Bürsten an Stelle von Rädern. Er wird auf den Grillrost gesetzt und beginnt nach dem Einschalten emsig zu bürsten. Da es sich bei Grillroste um relativ kleine Flächen handelt, wurde auf eine Katierungs-Software wie bei seinen Kollegen in den Wohnzimmern verzichtet. Durch sein abwechselndes Vor- und Zurückfahren ist es praktisch unvermeidbar, dass der Grillreiniger Roboter in kurzer Zeit jede Stelle auf dem Grill einmal erwischt. „Jede Stelle“ bezieht sich aber nur auf die Oberfläche des Grillrostes, denn die Zwischenräume reinigt er nicht so gründlich wie Du es mit einer Grillbürste machen würdest. Dafür fehlt ihm auch der Blick den Schmutz zu sehen.

Die Unterseite des Grillrostes lässt er natürlich schmutzig, da er nicht Klettern oder Hangeln kann (noch nicht!). Hier benötigt er deine Unterstützung, dass Du für ihn evtl. den Grillrost einmal umdrehst, was aber gar nicht mit jedem Grillrost möglich ist.

Grillbürste Vergleich zum Grillreiniger Roboter

Wie den Grillreiniger Roboter benutzen?

Vor dem Einsatz des Grillreiniger Roboters muss der Akku aufgeladen sein. Sehr wichtig ist auch den Grill auszuschalten und ihn abkühlen zu lassen, bevor Du den Grillreiniger Roboter draufsetzt. Die Reinigungszeit kann vorher eingestellt werden, zum Beispiel 10, 20 oder 30 Minuten. Nach dem Einschalten bewegt er sich rasant wie ein „wildgewordener Handfeger“ über die Grillfläche. Es mutet wie ein Ausbruchsversuch eines eingesperrten Tieres an, wenn er permanent versucht über die Grillfläche hinauszufahren um zu entkommen. Kleine bzw. leichte Grills können dabei schon mal ins Wanken geraten. Es wird empfohlen eine stabile Randbegrenzung um die Grillfläche herum zu haben. Auf einem Kugelgrill ist auch der Deckel etwas hilfreich, aber nicht die Lösung des Problems. Der Antrieb ist relativ kräftig und der Roboter schubst den Deckel einfach hinunter, wenn er nicht arretierbar ist.

Leider kann man den Grillreiniger Roboter nicht alleine auf dem Grillrost agieren lassen. Befinden sich störende Haltegriffe am Grillrost, verfängt er sich gerne mit seinen Bürsten darin. Die übrige Zeit besteht erhöhte Absturzgefahr, da er über keine Hinderniserkennung oder Absturzsicherung verfügt. Einmal hinuntergefallen, setzt er seine Tätigkeit am Boden fort, sofern er dabei nicht kaputt ging. So werden dann auch gleich die Fugen im Verbundsteinpflaster mitgereinigt.

Ergebnis

Das der Grillreiniger Roboter am Grillrost tätig war, ist erkennbar und war ja auch gut zu hören. Er ist relativ laut. Die Oberfläche des Grillrostes ist tatsächlich gut gereinigt, fast schon zu gut. Er reinigt nach dem Zufall-Prinzip und nicht nach Bedarf. So werden schon saubere Flächen immer wieder neu überfahren und natürlich dabei nochmal gereinigt.

Hier schleicht sich dann die Frage in den Hinterkopf, wann er den Grillrost „weggeputzt“ hat. Überhaupt sollte der Grillreiniger Roboter nicht auf jeden Grillrost losgelassen werden. Glatte oder beschichtet Oberflächen verhindern ja gerade durch diese Glätte ein hartnäckiges Festbrennen der Speisereste. Dem Roboter ist das egal und er sichert sich quasi seinen Arbeitsplatz, wenn er durch Kratzer das Festbrennen fördert.

Fazit

Ein Grillreiniger Roboter ist für ca. 100 € eine gute Show-Einlage für das Grillen mit Freunden. Er animiert zu Wetten ob und wann er runterfällt. Das Reinigungsergebnis ist nicht perfekt und zeigt sich hauptsächlich nur an der Rost-Oberfläche. Jeder Griller wird bessere Ergebnisse mit einer guten Grillbürste erreichen. Dabei wird dann auch nur dort gereinigt, wo es nötig ist und das Material wird geschont. Durch den unnötigen Putzwahns des Grillreiniger Roboters auch saubere Flächen immer wieder zu reinigen, verschleißen natürlich auch die Bürsten entsprechend schneller. Gut dass sie auswechselbar sind. Ein Satz Ersatzbürsten sollten gleich mitbestellt werden.

Wir wussten nicht genau was uns erwarten würde, wenn wir einen Roboter zum Grillen einladen. Zugegeben, die Reinigung des Grillrostes macht nicht so viel Spaß wie das Grillen und der Verzehr des Grillguts. Aber es gibt genügend Möglichkeiten sich die Reinigung des Rostes zu erleichtern. Ein heißer Grillrost lässt sich zum Beispiel auch einfacher reinigen (an hitzeresistente Grillhandschuhe denken). Der Grillreiniger Roboter teilt diese Auffassung nicht mit uns oder halt nur ganz kurz. Als Fazit lässt sich sagen, das Geld kann sinnvoller in Grillgut oder Bier angelegt werden. Eine vernünftige Grillbürste ist dem Roboter nicht nur ebenbürtig, sondern überlegen. Siehe dazu auch unseren Grillbürsten Vergleich.

Wer ihn als Show-Einlage braucht, sollte auch beim Debüt alle Freunde einladen. Denn nur bei der ersten Reinigung ist der Grillreiniger Roboter ein Hingucker. Schon nach kurzer Betriebszeit zeigt die sture Kursberechnung Konsequenzen am Gehäuse des Roboters. Schrammen, abgelöste Abdeckungen und abgebrochene Kunststoffecken verhindern es, ihn nach 30 Minuten „Testfahrt“ als neuwertig weiterzuverkaufen.



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