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Sicherheitsregeln für den Grill

Grillen ist eine sehr schöne gesellige Freizeitbeschäftigung. Leider kommt es jährlich zu tausenden Unfällen im Zusammenhang mit Grills. Die meisten dieser Unfälle wären vermeidbar gewesen, wenn einfache Sicherheitsregeln beachtet worden wären. Damit auch Du das Grillen in all seinen interessanten Facetten ohne Bedenken genießen darfst, haben wir vom Grill-Kenner-Team Dir die wichtigsten Regeln zur Grillsicherheit zusammengestellt.

Grundsätzliches zur Sicherheit beim Grillen

Wer grillt hat nicht nur eine Verantwortung sich selbst gegenüber, sondern auch für die anwesenden Personen bzw. Gäste. Besonders auf Kinder ist zu achten, da sie die Gefahren eines heißen Grills nicht kennen und diese in ihrem spielerischen Übermut auch gerne vergessen. Es sollte von Kindern ein Mindestabstand von 3 Metern zum Grill eingehalten werden – immer!

Grills sind heiß und haben Flammen (Ausnahme Elektrogrill) als Hitzequelle. Das alleine bietet schon bei unsachgemäßer Handhabung ein großes Gefahrenpotential. Der gesunde Menschenverstand sollte eigentlich schon dafür sorgen, mit angemessener Vorsicht damit umzugehen und auf die Grillsicherheit zu achten. Dass dem nicht so ist zeigen die Unfallstatistiken. Ein Problem ist, wenn der gesunde Menschenverstand beeinträchtigt wird, zum Beispiel durch Alkohol. Ähnlich der Handhabung mit Feuerwerkskörpern, geschehen viele Unfälle am Grill durch alkoholbedingten Leichtsinn oder Fehler. Wenn jemand nicht mehr klar denken kann, geschweige noch gerade laufen oder stehen, hat er einem heißen Grill entsprechend fernzubleiben. Hier reichen nicht die 3 Meter, wie bei Kindern angeraten.

Gefahren beim Grillen auszuschalten setzt voraus, sich mit der Bedienung des Grills auch auszukennen. Bei einem Holzkohlegrill scheint vieles selbstverständlich, bei Gasgrills sieht das schon anders aus. Hier geschehen die meisten Unfälle aus Unwissenheit. Generell sollten die Bedienungsanleitungen der Hersteller vor Inbetriebnahme eines Grills gelesen und auch beachtet werden. Oft gibt es darin auch Tipps, welche für das spezielle Modell zur Grillsicherheit beitragen. Ist die Bedienungsanleitung nicht mehr vorhanden, zum Beispiel bei einem Gebrauchtkauf, bieten fast alle Hersteller Downloads für Anleitung ihrer Modelle auf ihrer Homepage/Service an.

Sicherheit am GrillBei Thema Gebrauchtkauf ist vor allem bei Gasgrills Vorsicht angeraten. Hier muss sich auf die Aussagen des Verkäufers verlassen werden. Es empfiehlt sich daher immer einen gebraucht gekauften Grill samt dem Zubehör (Gasflasche, Druckminderer, Schläuche) im Fachhandel vor der ersten Inbetriebnahme überprüfen zu lassen. Undichtigkeiten können somit entdeckt und gleich behoben werden.

Grundsätzlich wird ein Grill gerade und standsicher aufgestellt. Es muss herum genügend Platz sein, falls ein Grill einmal umgestoßen wird. Keine brennbaren oder leicht entzündlichen Materialien sollten in der Nähe sein. Bedenke dabei auch die nach oben aufsteigende Hitze, zum Beispiel unter einem Pavillon. Es ist kein Fehler für den Fall eines Brandes, einen Feuerlöscher oder eine Löschdecke griffbereit zu haben. Bei Elektrogrills sollte Abstand von dem Einsatz mit Wasser genommen werden (Stromschlaggefahr), sowie auch heißes Fett nicht mit Wasser abgelöscht werden darf!

Spezifische Gefahrenquellen der unterschiedlichen Grillarten

Unterschiedliche Grillarten haben gemeinsame und spezifische Gefahrenquellen. Ein Holzkohlegrill und Gasgrill zum Beispiel werden beide heiß und können Brände verursachen, jedoch ergeben sich durch die Verwendung des unterschiedlichen Brennstoffes teilweise andere Regeln zur Sicherheit am Grill.

Sicher umgehen mit dem Holzkohlegrill

Ein Holzkohlegrill ist bereits für 15 Euro (Wegwerfgrill) erhältlich. Die günstigen Preise und weite Verbreitung (selbst an Tankstellen erhältlich), machen ihn zum häufigsten genutzten Grill überhaupt. Sein Gefahrenpotential bezieht sich auf die Hitze und die glühende Holzkohle. Wir vom Grill-Kenner-Team empfehlen deshalb entsprechende Kleidung beim Grillen zu tragen. Als Minimum sind hitzebeständige Handschuhe, Grillzange und Schuhe anzusehen.

Der schlimmste Fehler im Umgang mit einem Holzkohlegrill (aber auch bei anderen Feuerstellen) ist die Verwendung von flüssigen Brandbeschleunigern (Spiritus). Jedes Jahr sind schwere Grillunfälle auf die Benutzung von Spiritus beim Grillen zurückzuführen. Sie machen sogar 75% aller Grillunfälle in Deutschland aus. Spiritus ist bei der Verbrennung durch die Gasentwicklung nicht kontrollierbar. Es bildet sich eine Gemischwolke, welche bereits durch einen Funken (Zigarettenglut zum Beispiel) entzündet werden kann. Eine entstehende Feuerglocke von 3 Metern Durchmesser und Temperaturen zwischen 1.000 und 1.800 °C können Menschen schwer und nachhaltig verletzen. Selbst Todesfälle in Folge von einer Schädigung der Atemwege durch die enorme Hitze (Inhalationstrauma) kommen vor. Niemals einen Holzkohlegrill mit flüssigen Brandbeschleunigern anheizen! Wenn ein Holzkohlegrill wirklich nicht richtig in Gang kommt stehen im Grill-Zubehörhandel zahlreiche ungefährliche Hilfsmittel zur Verfügung, siehe auch unseren Beitrag zu Zubehör. Ungefährliche Anzünder, Gebläse, Heißluftföns oder Anzündkamine sind Beispiele, welche die gefährliche Verwendung von Brandbeschleunigern überflüssig machen.

Bei der Benutzung eines Holzkohlegrills können glühende Holzkohlestücke auf den Boden fallen. Deshalb in Grillnähe Schuhe tragen, auch auf umher laufende Kinder achten. Ist das Grillen vorüber ist die Gefahr noch nicht vorbei. Die Glutdauer von Holzkohle wird oft unterschätzt. Unter der Asche kann sich die Gluthitze bis zum nächsten Tag noch halten. Grillasche niemals ohne vorherige Kontrolle in brennbare Mülltonnen (oder mit brennbarer Füllung) entsorgen. Am besten vorher ausgiebig mit Wasser ablöschen.

Tipp:

Gerade die sehr preisgünstigen Holzkohlegrill-Modelle zeigen oft eine billige und qualitativ schlechte Verarbeitung. Es gab schon Holzkohlegrills, welche nach der dritten Verwendung in sich zusammenbrachen. In Hinblick auf Standsicherheit also auch die Qualität berücksichtigen und vor jeder weiteren Benutzung die Befestigungsschrauben überprüfen und gegebenenfalls nachziehen.

Gasgrill Sicherheitsregeln

Ein Gasgrill vereint gleich mehrere Gefahrenquellen auf einmal in sich. Gemeinsam mit anderen Grills gilt es die gemeinsamen Regeln der Grillsicherheit in Bezug auf Hitze und Feuergefahr zu beachten. Durch das verwendete unter Druck stehende und leicht entzündliche Flüssiggas, kommen jedoch noch weitere Punkte hinzu. Deswegen sollten nur Gasgrills gekauft werden, welche von einer autorisierten Institution geprüft wurden und ein Prüfsiegel (zum Beispiel TÜV oder GS) tragen. Ebenfalls die Gasflaschen werden regelmäßig auf ihre Funktion und Sicherheit überprüft, da sie der Betriebssicherheitsverordnung unterliegen, erkennbar am Stempel.

Im Umgang mit Gasgrills stellen undichte Stellen die größte Gefahr dar. Deswegen ist jeder Anschluss und jeder Schlauch auf Dichtheit (Lecksuche) zu überprüfen. Hier hilft es Anschlüsse und Schläuche mit einer Mischung aus Wasser und Spülmittel einzupinseln. Lecks verraten sich dann durch kleine Blasen. Besonders ältere Druckregler oder Gasschläuche werden mit der Zeit undicht. Deswegen solltest Du die Schläuche alle 2 bis 5 Jahre auswechseln und den Druckregler spätestens alle zwei Jahre im Fachhandel überprüfen lassen. Druckregler oder Druckminderer reduzieren den hohen Gasflaschendruck auf den erforderlichen Betriebsdruck Deines Grills, je nach Modell 30 oder 50 Mbar (der Betriebsanleitung zu entnehmen). Durch Schmutzpartikel können sie in ihrer Funktion versagen. Da bei dem Kauf von Gebrauchtteilen das Alter oft unbestimmt ist, dieses am besten grundsätzlich überprüfen lassen. Wer einen Gasgrill kauft muss auch über die Lagerung der Gasflaschen nachdenken. Kellerräume oder Garage sind ein Tabu. Verordnungen gestatten nur die Lagerung in gut durchlüfteten Räumen oder idealerweise im Freien mit entsprechendem Wetterschutz. Mehr dazu unter unserer Rubrik Gasflaschen lagern.

Da besonders die Gasschläuche eine Schwachstelle darstellen, ist auf sie sorgsam zu achten. Sie dürfen nicht häufig in einem engen Radius gebogen werden und Du darfst auch nicht mit schweren Lasten darüberfahren. Sie sind von Hitzequellen fernzuhalten.

Reinigen bringt Gasgrill SicherheitUm Unfälle durch defekte Druckregler oder Schläuche zu vermeiden, kann die Grillsicherheit durch doppelte Druckregler und Schlauchbruchsicherungen gesteigert werden. Leider sind diese sicherheitsrelevanten Ausrüstungen kein Standard. Doch wem die Grillsicherheit vorgeht besorgt sie sich nachträglich.

Wenn alle Überprüfungen zu keinen Beanstandungen führten, folgt nun die Beschreibung der richtigen Vorgehensweise um einen Gasgrill in Betrieb zu nehmen:

  1. Zuerst den Deckel des Gasgrills öffnen, damit sich darunter keine Gaskonzentrationen bilden können.
  2. Überprüfe ob alle Bedienknöpfe auf Aus stehen, dann erst das Ventil der Gasflasche aufdrehen.
  3. Zünde mit der Grillzündung entsprechend der Gebrauchsanleitung nur einen Brenner (evtl. mit Streichholz). Die anderen Brenner werden erst dazu geschaltet, wenn der erste Brenner gezündet hat.
  4. Danach kann der Deckel wieder geschlossen werden, bis der Grill die gewünschte Temperatur erreicht hat.

Sicherheit beim Elektrogrill

Auch wenn ein Elektrogrill ohne Brennstoffe auskommt, gibt es einiges dabei zur Sicherheit am Grill zu beachten. In der Regel haben Elektrogrills 2.000 Watt. Die Hitze, welcher ein Elektrogrill entwickelt, ist genauso gefährlich wie bei einem anderen Grill. Er arbeitet zwar ohne Flamme, kann aber trotzdem brennbare Materialien in Brand setzen. Deswegen dürfen natürlich keine brennbaren Dinge in seiner Nähe sein. Ebenfalls sollte am Boden nichts Entflammbares sein, falls der Elektrogrill einmal aus Versehen umgestoßen wird. Da er mit Strom betrieben wird, ist hier besonders auf eine Lagerung und Betrieb bei Trockenheit zu achten. Feuchtigkeit kann zu Kriechströmen, Kurzschlüssen und Stromschlägen führen. Leistungsstarke Elektrogrills schaffen es sogar, bei schwachen Stromleitungen die Sicherung auszulösen. Niemals eine Sicherung dann einfach gegen eine stärkere Sicherung wechseln! Sicherungen dienen dem Schutz der Hausleitungen. Wenn sie auslösen, ist die Stromleistung für die Leitung definitiv zu stark. Stärkere Sicherungen führen zu einem Überlasten der Leitung und Kabelbrand, sowie einem dauerhaften Kurzschluss. Zudem können Kabelbrände ein Haus in Brand setzen. Das Anschlusskabel ist so zu verlegen, dass niemand darüber stolpern kann. Damit in einem solchen Fall der Grill über das Kabel nicht umgezogen wird, ist es besser dieses vorsorglich abzusichern (zum Beispiel an einem stabilen Tischbein).

Elektrogrills werden gerne auf Balkonen oder in Wohnungen benutzt. In diesem Falle darf ein heißer Elektrogrill nicht ohne Aufsicht bleiben. Selbst nach dem Ausschalten kann er noch so viel Hitze abgeben um Brände zu verursachen. Im Falle eines Brandes den Elektrogrill nie mit Wasser ablöschen, es besteht Stromschlaggefahr. Ferner darf heißes Fett ebenfalls nicht mit Wasser gelöscht werden, da es dann zu einer Verpuffung kommt und sich brennendes Fett überall in der Wohnung verteilt.



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