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Estragon: ein Aromawunder beim Grillen

Beim Grillen dürfen Kräuter und Gewürze nicht fehlen. Sie geben Fleisch, Geflügel, Fisch und Gemüse ein frisches und interessantes Aroma. Beliebt ist Estragon, da er eine ganz besondere herbe Note verleiht. Für uns als Liebhaber der mediterranen Küche, nimmt er für die unterschiedlichsten Speisen einen wichtigen Platz nicht nur beim Grillen ein. Der eher bittere Geschmack erinnert an Anis und Fenchel. Wie bei vielen anderen geschmacksintensiven Kräutern muss auch mit ihm vorsichtig dosiert werden.

Was mit Estragon würzen?

Estragon gibt es als russische oder sibirische Sorten. Sie sind geschmacklich weniger intensiv und typisch wie der deutsche oder französische Estragon, welche deutlich aromatischer und zarter vom Blattwerk sind. Je nach Gericht sollte hier individuell entschieden werden. Grundsätzlich passen diese Kräuter zu Geflügel, hellem Fleisch, Fisch und Gemüse. Vorzufinden sind auch viele Rezepte für Dips, Kräuterbutter und Grillsaucen mit Estragon.

Estragon zu Grillfleisch und Geflügel

Geschmacklich sind diese Kräuter richtig dosiert ein Zugewinn für helles Schweinefleisch und dem zarten Geflügel. Schweinefilet-Spieße werden gerne mit dem herben Aroma von Estragon verfeinert. Eine passende Marinade findest Du auch in diesem Beitrag. Passe die Zeit zum Marinieren dem eigenen Geschmack an. Geflügel sollte nicht so lange wie Schweinefleisch in der Marinade liegen.

Estragon zum Grillfisch

Fisch vom Grill schmeckt immer gut, wenn er richtig zubereitet und gewürzt wird. Du kannst den Fisch einfach mit unserer Marinade für ein bis zwei Stunden einlegen, nicht länger jedoch, sonst geht der leichte Fischgeschmack vollkommen verloren. Willst Du die Marinade nicht nehmen, kannst Du den Fisch natürlich auch in einer Alufolie zubereiten. Lege die zarten Kräuterblättchen einfach auf den Fisch und ihr Aroma beim Grillen entfalten.

Estragon zu Grillgemüse

Estragon auf Grillgemüse / ZucchiniSehr lecker schmeckt Gemüse mit Kräutermarinaden vom Grill. Verwende hierfür zum Beispiel unsere Marinade. Einfach in einer Grillschale oder im Grill Wok grob geschnittene Gemüsescheiben und Gemüsewürfel mit der Marinade garen. Du kannst hierfür deine bevorzugten Gemüsesorten nehmen.

Weitere Beilagen mit Estragon

Dips und Salatdressings schmecken mit diesen Kräutern sehr aromatisch. Probiere Senf als weitere Zutat aus, denn dieser ist geschmacklich sehr harmonisch zu diesen Kräutern. Sie gibt es auch in verschiedenen Essig- und Öl Variationen im Handel vorzufinden. Selbst kannst Du die aromatischen Blätter auch Essig und Öl zufügen. Sehr beliebt sind diese Kräuter in einer selbstgemachten Kräuterbutter.

Welche Kräuter passen zu Estragon beim Grillen?

Wovon wir Dir gerne gleich zu Beginn abraten möchten ist, dass Du wahllos unterschiedliche Kräuter miteinander vermischst. Teilweise wird der harmonische Geschmack dadurch zerstört, denn nicht alle Geschmacksrichtungen der Kräuter passen auch zusammen. Empfohlen wird häufig, Kräuter aus denselben Regionen miteinander zu kombinieren. Passend ist in diesem Fall zum Beispiel Thymian, Rosmarin, Oregano, Basilikum und Knoblauch. Entscheidend ist vordergründig natürlich dein Geschmack. Schmeckt Dir Estragon muss es noch lange nicht heißen, das weitere Kräuter aus derselben Region auch deinen Geschmack treffen. Probiere einfach verschiedene Kombinationen aus – experimentieren mit Kräutern ist immer erlaubt!

Sollte man Estragon hacken?

Entweder mit einem sehr scharfen Messer hacken oder mit einer Kräuterschere klein schneiden. Werden die Blätter gequetscht verlieren sie die aromatischen Öle und der Geschmack sitzt mehr in dem Schneidebrett, als in den Speisen.

Kann man Estragon einfrieren?

Sehr gut sogar! Die kleinen Blättchen können in kleinen Vorratsdosen eingefroren werden. Was viele Liebhaber von Estragon mögen sind Eiswürfel mit den frischen Kräutern. Dazu einfach Blättchen in die Würfelform und mit etwas Wasser bedecken. So lassen sich kleine Portionen einfach aus dem Gefrierschrank holen.

Mit Estragon marinieren

Grillgut nicht zu marinieren passiert eher seltener. Selbst in den Rubs (trockenen Marinaden) haben Kräuter einen großen Stellenwert. Was bei Kräuter über dem Grill jedoch passieren kann ist, dass sie einen unangenehmen Geschmack bekommen. Das liegt in der Regel daran, dass sie zu nah an der Glut sind. Dieser nicht gewollte Beigeschmack kann auf dein Grillgut übergehen und den Geschmack unangenehm beeinflussen. Daher empfehlen wir Dir Fleisch, Geflügel und Fisch mit frischen Kräutern in Alufolie oder noch besser in Grillschalen zuzubereiten. Wie lange die Marinaden auf dem Grillgut bleiben entscheidest Du. Je länger, desto intensiver der Geschmack. Grundsätzlich solltest Du mit der Kräutermenge lieber zu sparsam, als zu freizügig umgehen. Ein zu intensives Aroma der Kräuter lässt von dem Eigengeschmack des Grillguts nichts mehr übrig.

Grillen mit EstragonGrillrezept für Estragon-Marinade

Für Dich haben wir uns für ein Marinadenrezept entschieden. Es ist einfach bei der Zubereitung und schmeckt sehr würzig und bekömmlich. Mit dieser Marinade kannst Du Fleisch, Geflügel und Fisch marinieren. Wild und Lamm profitieren geschmacklich ebenfalls von dieser Grillmarinade. Plane ca. 4 Stunden ein, in der Fleisch und Fisch vor dem Grillen in der Marinade liegen sollten. Magst Du Estragon stärker im Geschmack, kannst Du natürlich das Grillgut jederzeit länger in der Grillmarinade ziehen lassen.

Estragon-Senf-Grillmarinade Zutaten (4-6 Personen)

1 TL Estragon geschnitten

8 EL Sonnenblumenöl oder kalt gepresstes Olivenöl

1 TL gehackter Knoblauch

3 TL mittelscharfer Senf

Pfeffer

Salz

 

Füge alle Zutaten in eine Schüssel und vermenge sie gründlich miteinander. Danach streiche das Grillgut dick mit dieser Marinade ein. Gut verpackt, stelle nun das Grillgut in den Kühlschrank und lasse den Estragon sein Aroma im Grillgut verteilen.

Getrockneter Estragon als Alternative

Nicht jedermann hat wirklich Lust Estragon selbst zu pflanzen oder in einem Topf zuhause aufzustellen. Wer es ganz bequem haben möchte kann ihn im getrockneten Zustand kaufen. Das ist eine gute Alternative, denn Du bekommst ihn schon fertig getrocknet im Handel. Online findest Du ihn in vielen verschiedenen Größeneinheiten und Preisen vor. Wir selbst nutzen beim Grillen die getrockneten Estragonblätter 1a geschnitten von französisch Naturideen®. Wollen wir die geschnittenen Blätter feiner, zerstoßen wir sie im Mörser. Du kannst jedoch Kräuter auch selbst im frischen Zustand kaufen oder im Garten pflücken und selbst trocknen.

Wie Estragon trocknen?

Die erste Ernte der Blätter darf schon April/Mai stattfinden. Als Haupterntemonat wird jedoch der Juni empfohlen. Wer Wert auf einen hohen Anteil der ätherischen Öle legt, sollte bis zum Aufblühen warten. Zuerst werden die Blätter von den Stielen entfernt. Die Stängel kannst Du entsorgen. Lege sie auf ein Tuch (Geschirrtuch) und trockne sie an einem trockenen und luftigen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung. Hohe Luftfeuchtigkeit darf nicht vorhanden sein, denn sonst schimmeln die Blätter. Bei 30° im Backofen lassen sich die Blätter ebenfalls gut trocknen. Die Backofentür muss dabei einen Spalt offen bleiben, sodass die Feuchtigkeit entweichen kann. Wir lagern die getrockneten Kräuter in Gläser mit einem Drehverschluss an einem dunklen Ort, damit er noch nach Monaten aromatisch schmeckt und beim Grillen zum Einsatz kommen darf.

Tipp: Estragon wird nicht hängend getrocknet, da die herzhaften Aromen sonst nicht in den Blättern sondern in den Stielen eingelagert werden.

Anbau von Estragon-Pflanzen

Der Anbau von Estragon-Pflanzen lohnt sich auch für den Griller, denn frischer als von der eigenen Pflanze geerntet geht es nicht. Ich habe im Garten französischen und deutschen Estragon, damit ich bis tief in den Herbst noch frisch ernten kann. Zudem steht zum Grillen dann das ganze Jahr über Estragon zur Verfügung. Selbst wenn kein Garten vorhanden ist und auf dem Balkon gerillt wird, kann Estragon auch in Balkonkästen kultiviert werden. Die Ansprüche von Estragon sind je nach Variation nicht besonders hoch, es ist jedoch gut sie zu kennen.

Estragon liebt die Sonne, aber keinen Wind. Es benötigt viel Wasser, verträgt jedoch keine Staunässe. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, gilt es einen sonnigen Platz zu finden. Der Boden sollte nicht zu sehr lehmhaltig sein (schwerer Boden) und ist gegebenenfalls mit Sand aufzulockern. Dadurch kann Staunässe vermieden werden. Bei kritischen Böden lieber öfters wenig gießen als selten ganz viel Wasser zu geben. Im Freiland kann das Gewürz bei guten Bedingungen und je nach Sorte bis zu 1,50 Meter hoch wachsen. In Kübeln oder Balkonkästen werden diese Höhen nicht erreicht, trotzdem sollten sie aber in ausreichend großen Behältern gepflanzt werden, damit die Austrocknungsgefahr sinkt.

Je nach Sorte sind auch Maßnahmen zur Überwinterung zu treffen. Am robustesten ist der deutsche Estragon und benötigt nur in extremen Wintern Beachtung. Der französische Estragon verträgt Temperaturen bis -10° C. Am empfindlichsten ist der russische Estragon und muss deswegen mit einem Flies, Laub, oder Reisig vor den kalten Minustemperaturen geschützt werden. Wer seine Estragon-Pflanzen im Kübel oder Balkonkasten züchtet, kann ihn auch einfach mit ins Haus oder den Keller nehmen. Allerdings muss im Keller dann ein ausreichend helles Kellerfenster vorhanden sein, da Licht von dem Gewürz benötigt wird. Vor dem Winter wird das Gewürz auf 5 bis 10 cm Länge zurückgeschnitten und kann dann im folgenden Frühjahr wieder neu austreiben.

 

Wissenswertes rund um den Estragon

Die Heimat von Estragon ist Nordamerika (Kanada bis Mexico), Asien und Osteuropa. Das Gewürz, welches auch für pharmazeutische Zwecke benutz wird, gehört zur Familie der Korbblütler und trägt den botanischen Namen Artemisia dracunculus, weswegen es auch als Dragun oder Dragon benannt wird. Bei Magen- oder Darmbeschwerden kann das Gewürz lindernd wirken. Optisch ist das Gewürz eher unscheinbar, da es selten blüht und auch dann nur kleine gelbe Blütenköpfchen in Rispen bildet. Das erste Mal wurde Estragon (Artemisia dracunculus) 1753 von Carl von Linné beschrieben, obwohl es bereits von den Chinesen vor über tausend Jahren verwendet wurde und es auch den alten Ägyptern als Duftöl bekannt war.



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